FÜR ANFÄNGER
Häkeln lernen – ruhig, praktisch und mit einem echten Projekt
Du musst nicht alles können, bevor du anfängst. Wähle ein überschaubares Projekt, lerne die benötigten Techniken Schritt für Schritt und achte auf Garn, Nadelstärke und Maschenprobe.
Ein sinnvoller Start
1 · Material
Für Amigurumi brauchst du nur wenige Dinge. Das passende Garn und eine angenehm geführte Häkelnadel machen den Einstieg leichter.
2 · Kleines Projekt
Ein kleines Projekt zeigt schnell, wie Runden, Zu- und Abnahmen zusammenarbeiten.
3 · Passform verstehen
Bei Kleidung und Accessoires kommt die Maschenprobe ins Spiel. Unsere Mützenrechner zeigen, wie aus Maßen ein passendes Projekt wird.
Dein erster Häkelversuch: zehn feste Maschen
Übe zuerst ein kleines Rechteck statt einer ganzen Figur. So erkennst du die Maschen, findest die Randmaschen wieder und kannst deine Spannung ohne Zeitdruck ausprobieren.
Material für die Übung
Du brauchst glattes, helles Garn, eine zur Banderole passende Häkelnadel, eine Schere und eine Wollnadel. Flauschiges oder sehr dunkles Garn erschwert es am Anfang, die Einstichstellen zu erkennen. Die Übung hat kein festgelegtes Endmaß.
Die Begriffe, die du gleich brauchst
- Luftmasche (Lm): Lege eine Anfangsschlinge auf die Nadel. Hole den Arbeitsfaden und ziehe ihn durch die vorhandene Schlinge. Wiederhole das für eine Luftmaschenkette. Die Schlinge auf der Nadel zählt nicht als Masche.
- Feste Masche (fM): In die angegebene Masche einstechen, den Faden holen, dann den Faden durch die beiden Schlingen auf der Nadel ziehen.
- Wendeluftmasche: Für diese Übung entsteht am Reihenende eine zusätzliche Luftmasche zum Wenden. Sie zählt hier nicht zu den zehn festen Maschen.
Schritt für Schritt
- Häkle 11 Luftmaschen. Ziehe die Kette nicht zu fest, damit du gut einstechen kannst.
- Beginne in der zweiten Luftmasche von der Nadel aus. Häkle in jede weitere Luftmasche eine feste Masche: Am Ende hast du 10 feste Maschen.
- Häkle 1 Wendeluftmasche und drehe die Arbeit. Häkle in jede feste Masche der Vorreihe eine feste Masche, gewöhnlich unter beide oberen Maschenglieder. Auch die erste und letzte Masche werden gearbeitet.
- Wiederhole diese Reihe noch zweimal. Zähle nach jeder Reihe: Es bleiben 10 feste Maschen. Arbeite keine zusätzliche Masche in die Wendeluftmasche.
- Schneide den Faden mit einem ausreichend langen Ende ab, ziehe ihn durch die letzte Schlinge und vernähe die Enden mit der Wollnadel.
Wenn dein Rechteck schmaler oder breiter wird
Markiere die erste und letzte feste Masche jeder Reihe mit einem Maschenmarkierer oder einem andersfarbigen Faden. Werden es weniger als zehn Maschen, wurde oft eine Randmasche übersehen. Werden es mehr, wurde häufig die Wendeluftmasche mitgehäkelt. Kontrolliere die letzte Reihe, bevor du weiterarbeitest.
Von der Übung zum ersten Projekt
Für Amigurumi kommen später Zunahmen (zwei feste Maschen in dieselbe Einstichstelle), Abnahmen (zwei Maschen zusammenhäkeln) und der Fadenring dazu. Diese Techniken brauchst du beim Rechteck noch nicht. Ein klassisches Granny Square führt dich als nächster Schritt zu Stäbchen und Runden; ein kleiner Vogel übt die Formgebung mit festen Maschen. Lies vor dem Start die jeweilige Material- und Maschenliste.
Eine bebilderte Ergänzung zu Luftmaschen und festen Maschen findest du beim Craft Yarn Council (Englisch). Dort bedeutet „single crochet“ die deutsche feste Masche.
Ein Projekt, das schnell Erfolg zeigt
Die kleinen Fische sind kompakt, brauchen wenig Garn und eignen sich gut, um gleichmäßige feste Maschen und einfache Formgebung zu üben.
Bereit für dein erstes Amigurumi?
Im Amigurumi-Bereich kannst du nach einem Projekt suchen, das zu deinem Tempo passt.





